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Kommunikation.

Kommunikation ist eine der komplexesten und wichtigsten Fähigkeiten des Menschen. Einer agiert als Sender und übermittelt eine verschlüsselte Nachricht an einen andern der als Empfänger agiert. Und doch sind Missverständnisse an der Tagesordnung.

 

Beschleuniger

Kommunikation ist eine mehrschichtige Angelegenheit. Oberflächlich gesehen übermitteln wir sachbezogene Informationen. Dennoch spielen Emotionen in der Kommunikation eine weitaus grössere Rolle, als der Bezug zur Sache. 90% der Kommunikation selbst besteht aus nicht sachbezogenen Informationen: Gesten, Mimik.

Bevor wir uns zu einer Sache äussern können, müssen wir uns erst darüber klar werden. Was denken wir in Bezug auf die Sache, über uns in dieser Sache, über den andern, über andere in Bezug zu dieser Sache. Dabei sind die Mehrheit dieser Gedanken uns unbewusst.

 

Eine Nachricht besteht (nach Watzlawick) aus folgenden Elementen:

  • Sachinhalt
  • Selbstoffenbarung
  • Beziehungsinhalt
  • Appell

Solange bei Sender und Empfänger die vorherrschende Grundhaltung besteht „Du bist okay – ich bin okay“ läuft die Kommunikation relativ reibungslos. Missverständnisse können leicht durch entsprechendes Nachfragen aus dem Weg geräumt werden.

Doch sobald zwischen Sender und Empfänger ein Problem auf der Beziehungsebene entsteht „Du bist nicht okay – ich bin okay“ oder umgekehrt gerät einer, oder beide Parteien in eine Art „psychologischer Nebel“. In diesem geht es nun (meist unbewusst) nur noch um die Klärung des eigenen Selbstwertgefühls in dem man sich angegriffen fühlt. Bis dies auf der Beziehungsebene nicht geklärt ist, können Informationen auf der Sachebene nicht fliessen.

Hohe Kompetenz in der Kommunikation erwerben wir uns, indem wir verstehen lernen was die unbewussten, versteckten Botschaften in einer Aussage sind und diese vermeiden oder eliminieren. Missverständnisse entstehen in der Regel dann, wenn einer nicht mehr zuhören kann, weil er beschäftigt ist, sein Selbstwertgefühl in Sicherheit zu bringen.

Nachfragen führt aus dem psychologischen Nebel heraus.

Doch wie kommunizieren wir ohne Angriff auf das Selbstwertgefühl des andern?
Emotionale Kommunikation ist der Schlüssel. Denn wenn wir kommunizieren tauschen wir nicht nur Gedanken aus, sondern auch Gefühle.

 

Wie funktioniert emotionale Kommunikation?

  • Rahmen für eine vertrauensvolle Kommunikation schaffen
    (nicht jeder Ort und nicht jeder Zeitpunkt eignet sich für jedes Gespräch)
  • Wertschätzung für den Menschen gegenüber ausdrücken
    (Du bist okay, auch wenn in der Sache für mich etwas nicht okay sein mag. Jede Ansicht ist legitim, ich muss und will Dich nicht über-zeugen, auf meine Seite ziehen/zwingen.)
  • Objektive Sachbeschreibung
    (ohne wertende emotionale Zusätze die da gehen von Vorwürfen über gönnerhafte Akzeptanz bis hin zur Unterwerfung)
  • Meine Gefühle in der Sache beschreiben
    (wie fühle ich mich in dieser Sache, welche Gefühle löst das bei mir aus, unabhängig vom andern)
  • Meine Enttäuschung formulieren
    (z.B. was für ein Verhalten hätte ich erwartet, warum?)

Kompetente Kommunikation geht davon aus, dass jeder das Recht auf seine eigene Meinung hat und jeder mit den Konsequenzen seines Handelns selber umgehen muss und kann.

Sehr oft versuchen wir jedoch, den andern zu über-zeugen. Ihn auf unseren Standpunkt hinüber zu ziehen, bis er ihn versteht, akzeptiert, anerkennt. Anstatt für uns zu klären und dem andern entsprechend mitzuteilen mit welchen Konsequenzen unter Umständen umzugehen ist. Das fördert Eigenverantwortung beim Empfänger wie beim Sender und fördert aktiv die gegenseitige Toleranz ohne alles hinnehmen zu müssen.

Aber oft schrecken wir vor den Konsequenzen und unseren Entscheidungen zurück und so scheint es einfacher in der Kommunikation das Selbstwertgefühl des andern (oder das eigene) anzugreifen (oder zu fliehen). Emotionale Kommunikation ist die Basis einer gesunden Konfliktfähigkeit.

 

 

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